Zoll China gewerblicher Import
Ratgeber

Zoll: Anmeldung und Kosten beim gewerblichen Import aus China

Wer gewerblich aus China oder außerhalb der EU nach Deutschland oder Österreich importiert, muss sich zwangsweise mit dem Thema Zoll beschäftigen: Ware muss angemeldet werden und Zollkosten können anfallen.  Was du bei deinem B2B Import in Bezug auf den Zoll beachten musst, haben wir im folgenden Artikel zusammengefasst.

Fällt Zoll bei meinem gewerblichen Import an?

Mögliche Zollkosten kommen nur auf dich zu, wenn du Waren aus einem Drittland einführst, das außerhalb der EU liegt. Beim Import aus China führst du Waren aus exakt einem solchen Drittland in die EU ein. Sich vor einer Bestellung mit möglichen Zollkosten und der Zollanmeldung beschäftigen ist daher zwingend notwendig, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Welche Waren darf ich importieren?

Ein Großteil aller möglicher Waren darf in die EU bezeihungsweise nach Deutschland importiert werden. Dennoch gibt es Waren, deren Import verboten ist oder für die zollrechtlichen Beschränkungen vorliegen. Im letzen Fall bedarf es einer Einfuhrgenehmigung.

Viele der restriktierten oder verbotenen Waren und Warengruppen erklären sich von selbst: So dürfen unsichere (Stichwort CE Zeichen) oder im Inland verbotene Waren (z.B. verfassungswidrige Waren) nicht eingeführt werden. Hinzukommen Einfuhrbeschränkungen und Verbote bei Lebensmitteln, Futtermitteln, Arzneimitteln, Chemikalien, Pflanzenschutzmitteln, Eisen- und Stahlereugnissen, Diamanten und Waffen (Quelle). Zusätzlich zu den genannten Waren führt der Zoll auf seinen Webseiten auch Einfuhrbeschränkungen bei Textilien und Bekleidung auf. Hier nicht irritieren lassen: Dies betrifft nur Import aus Nordkorea.

Achtung: Auch wenn für das gewünschte Produkt keine Importbeschränkungen oder Verbote vorliegen, kann es trotzdem bedeuten, dass Sonderzölle anfallen. So gibt es für bestimmte Waren beispielsweise Anti-Dumping-Zölle, die eine Einfuhr zwar erlauben aber sehr teuer machen. In der Regel sind diese Sonderzölle vom Herkunftsland abhängig. In unseren Zollrechnern versuchen wir diese Zölle zu berücksichtigen, um euch so die bestmögliche Planbarkeit zu ermöglichen. Zur Sicherheit empfehlen wir dennoch bei einer gepalnten gewerblichen Bestellung aus China direkt beim deutschen Zoll nachzufragen.

Zollanmeldung von Waren aus China: Was muss ich tun?

Bevor du gewerblich Waren nach Deutschland importierst, musst du vorab ein wenig aktiv werden. So vermeidest du Komplikationen mit dem deutschen Zoll. Was du wann tun musst und welche Formulare für eine Zollanmeldung benötigt werden, erfährst du im Folgenden.

1. EORI Nummer beantragen

Bevor du Tätigkeiten aufnimmst, die unter das Zollrecht fallen, also die gewerbliche Bestellung von Waren aus einem Drittland, ist es notwendig, eine sogenannte EORI-Nummer zu beantragen. Die EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification Number) dient zur Registrierung und Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten in der Europäischen Union. Deine Daten werden nach der erfolgreichen Beantragung an die EU zur dortigen Abfrage durch Behörden anderer europäischer Mitgliedstaaten übermittelt. Die EORI-Nummer wird auf Antrag von der Generalzolldirektion Dresden kostenlos vergeben. Der Antrag dazu nennt sich Internetbeteiligtenantrag, kurz IBA, und kann online ausgefüllt werden. Du findest ihn hier

Füllst du den Internetbeteiligtenantrag zum ersten Mal für dich als Einzelunternehmer oder für dein Unternehmen aus, ist die Antragsart, die du wählen solltest "Neuzugang Hauptsitz". Damit erhältst du deine EORI Nummer.

2. Zollanmeldung

Werden gewerblich Waren in die EU importiert, muss eine sogenannte summarische Eingangsanmeldung bei der ersten Eingangszollstelle vor dem "Verbringen von Waren in das Zollgebiet der Union" abgegeben werden. Da aber grundsätzlich der Beförderer für die Abgabe der summarischen Eingangsanmeldung verantwortlich ist, wirst du bei einem gewerblichen Import aus China hier in der Regel nicht tätig werden müssen: Dies übernimmt in dem Fall die Reederei, die Spedition, die Fluggesellschaft oder die Bahn. Dieser wird für notwendige Informationen bei der Zollanmeldung wiederum im Vorfeld auf dich zukommen.

Beförderst du oder dein Unternehmen die Ware tatsächlich selbst in die EU, also beispielsweise per gemietetem bzw. eigenem LKW oder dem eigenen PKW, bist du für die summarische Eingangsanmeldung verantwortlich. Entsprechende Formulare dafür findest du auf den Webseiten des Bundesministeriums für Finanzen. Hier der Link dazu.

Zollkosten ermitteln

Die Zollkosten werden auf Basis des Zollwertes und des Zollsatzes berechnet. Hinzukommt die Einfuhrumsatzsteuer. Welche Beträge hier anfallen und wie mit ihnen umzugehen ist, klären wir im Folgenden.

1. Zollwert ermitteln und Zollsatz herausfinden

Um die Zollkosten bei einer gewerblichen Einfuhr zu ermitteln, musst du zunächst den Zollwert berechnen. Der Zollwert entspricht in der Regel dem gezahlten oder zu zahlenden Preis der Waren. Ein möglicher Rabatt oder Skonto darf bei der Berechnung abgezogen werden. Bei Fremdwährungen ist mit den vom Zoll veröffentlichten Wechselkursen in Euro umzurechnen. In der Regel ist dieser Kurs sehr nah am Umrechnungskurs der Banken. Neben der vorgestellten Ermittlung gibt es noch weitere, ebenfalls gültige Berechnungsmethoden.

Der Zollsatz, der für eine bestimmte Ware anfällt, ergibt sich aus dem sogenannten Zolltarif der Gemeinschaft. Diesen kann man - etwas umständlich - mit Hilfe der EZT Online-Auskunft (EZT steht für Elektronischer Zolltarif) beziehungsweise der Taric Abfrage zusammen mit der Combined Nomenclatur (CN) ermitteln.

Ein grobe und vor allem schnelle Orientierung für die möglichen Zollkosten bietet unser Zollrechner für China Bestellungen von Privatpersonen. Die Zollsätze für den privaten und den gewerblichen Import sind in der Regel identisch. Die Warengruppen sind hier der Übersichtlichkeit wegen jedoch deutlich reduziert.

Mit etwas Bearbeitungszeit (in der Regel mehrere Wochen bis Monate), aber dafür rechtsverbindlich, kann beim Zoll eine kostenlose Zolltarifauskunft beantragt werden. Für die Anfrage ist eine EORI-Nummer notwendig - für eine Erstrecherche daher schlecht. Zusätzlich wird jede Anfrage mit Ergebnis in einer öffentlichen Datenbank, der Europäische Verbindliche Zolltarifauskünfte (EVZTA), aufgeführt.

2. Einfuhrumsatzsteuer

Beim gewerblichen Import von Waren fällt zusätzlich zum Zollsatz auch die Einfuhrumsatzsteuer an. Der Steuersatz entspricht der Umsatz- beziehungsweise Mehrwertsteuer, also in der Regel 7 oder 19 Prozent. Die Berechnungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer geschieht auf Basis des Zollwertes inklusive Versand plus Zollkosten. Wie die Umsatzsteuer kann auch die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer geltend gemacht werden. Für Kleinunternehmer, die Umsatzsteuer-befreit sind gilt dies nicht.

3. Verwaltungskosten des Zolls

Anfragen und die Bearbeitung von Zollanliegen sind beim Zoll grundsätzlich kostenfrei. Besondere Leistungen einer Zollbehörde fallen unter die sogenannte kostenpflichtige Amtshandlug. Darunter fallen zum Beispiel die Abfertigung von Zollanliegen außerhalb des Amtsplatzes beziehungsweise außerhalb der Öffnungszeiten oder auch die Lagerung von Nicht-Unionswaren durch die Zollstelle. Diese Leistungen müssen aber in der Regel vorab beantragt werden und entstehen im Normalfall nicht ohne Abstimmung.

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1 Reaktion

Spedition für Import aus China gesucht

Wer kennt eine gute Spedition, die mir in China produzierte Waren nach Deutschland importiert und auch verzollt? Menge ist nicht so groß, also kein voller Container. Danke vorab!

Profilbild von Clord
Reaktion von Clord
 

Probier es mal bei CIS Logistics Hamburg.
je wie dein Zeitrahmen, Beschaffenheit und die Wirtschaftlichkeit aussieht. Passen sie die richtige Transportvariante für deinen China Import an. Versuch dein Glück bei: CIS Logistics Hamburg. https://www.cis-logistics.de
Bin bis jetzt sehr zufrieden!

Gruß
Clord

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